Ich persönlich nutze Claude bei meiner täglichen Arbeit. Claude hat mir erheblich bei der Erstellung meiner Website, des Designs und sogar beim Verständnis von Forderungen seitens des Finanzamts geholfen. (Mein Lieblingsprompt hier: „Erkläre es mir, als ob ich zehn Jahre alt wäre.“ Inwiefern sich das angegebene Alter auf die Erklärungen auswirkt, habe ich noch nicht getestet.)
Mit der KI habe ich das Gefühl bekommen, ich könnte in jedem Fachgebiet ohne jahrelanges Lernen und Arbeiten ein Experte sein. Ob Designer, Programmierer, Steuerberater oder sogar Beziehungsberater. Mit KI geht nun alles. (Den Teil mit dem Beziehungsberater empfehle ich persönlich nicht. Dieses Rätsel hat die KI noch nicht gelöst.)
Ich meine, jeder, der die neueren Sprachmodelle genutzt hat, kann beim ersten Mal ein ähnliches Gefühl bekommen. Man muss der KI nur erklären, was man will. Das ist allerdings gar nicht so einfach. Nicht umsonst gibt es dafür inzwischen eine eigene Disziplin: Prompt Engineering. Erst wenn man genügend Kontext, Anleitungen und Prompts aufgebaut hat, werden die Ergebnisse brauchbar.
Jede Woche ein neues Modell
Es fühlt sich an, als ob die Entwicklungszyklen neuer Modelle in den letzten Monaten exponentiell schneller geworden wären. Jede Woche kommen neue Modelle heraus und die Herrschaft über die Menschheit durch die Superintelligenz kommt immer näher. Trotz zahlreicher Filme, die die Apokalypse durch Roboter vorhersagen, steuern wir aktiv immer weiter darauf zu. Und freuen uns darüber! Ob uns Arnold Schwarzenegger in seinem jetzigen Alter noch retten kann, wage ich zu bezweifeln.
Terminator hin oder her, KI hat sich im Alltagswortschatz jedes Unternehmens etabliert. Überall muss KI vorkommen, auch in Prozessen, die seit Jahren gut ohne KI auskommen. Auch wenn an sich keine KI eingesetzt wird, muss sie trotzdem irgendwie erwähnt werden. Ob die Kosten-Nutzen-Rechnung der Investition dabei noch aufgeht, wird nicht mehr beachtet. Denn es muss nur das Wort KI fallen, der Rest interessiert im Endeffekt niemanden mehr.
Die Ziele von KI in Prozessen sollen effizienteres Arbeiten, Abbau monotoner Tätigkeiten, Mitarbeitereinsparung sowie Kostenersparnis sein. Ah, sorry, ich meinte Mitarbeiterentlastung. Hoffentlich bekommt das der Betriebsrat nicht mit. Ob es in Zukunft einen Betriebsrat für KI-Roboter geben wird? Und muss dann ein gewisser Anteil des Betriebsrats aus KI-Agenten bestehen? Braucht die KI dann Urlaub? Raucherpausen? Sabbaticals?
Was KI in Prozessen leisten soll
Lange Rede, kurzer Sinn: KI soll, grob gesagt, mithilfe ihrer Stärken in Rechengeschwindigkeit und Verständnis eine enorme Hebelwirkung in den Unternehmensprozessen entfalten. Ob in Logistik, Produktion, Verwaltung, Arztpraxen oder Kanzleien. Der heutige KI-Fortschritt lässt das mittlerweile zu, aber wie wendet man es richtig an?
Dabei gibt es verschiedene Methoden, die sich mit den technischen Möglichkeiten immer weiterentwickelt haben. Ob einzelne Workflows, KI-Agenten oder ein etabliertes KI-Gehirn, das ständig dazulernt. Aber dazu ein anderes Mal mehr.
Warum es sich revolutionär anfühlt
KI ist, meiner Meinung nach, so revolutionär geworden, weil man scheinbar nur noch mit einfachen sprachlichen Anweisungen alles technisch erschaffen kann, was man sich vorstellt. Jeder, der einfach nur auf eine Tastatur tippen kann, kann Experte werden, egal, in welchem Gebiet. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Dieses Gefühl hatte ich zumindest.
Mit der Zeit merke ich: So einfach ist es doch nicht.
Wie in jedem Fachgebiet gehört vertieftes Detailwissen dazu, um qualitativ und objektiv gute Ergebnisse zu liefern. Das erlangt man nur durch die tiefgründige Auseinandersetzung und das Verständnis der grundlegenden Materie. Die KI ist noch nicht so weit, das alles allein hinzubekommen.
Bis dahin mache ich mich auf die Suche, wo sich der Schwarzenegger heutzutage rumtreibt.


